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(Anmerkung für die Redaktion: 4.348 Zeichen)
Rückenschmerzen
Schonen oder stärken? Nicht Ruhe sondern Bewegung macht den Rücken stark. Eine trainierte Rückenmuskulatur ist wichtig für die Haltung und für korrekte Bewegungsabläufe.
Zu jeder Behandlung von Rückenschmerzen gehört daher ein Aufbauprogramm für die Rumpfmuskulatur. Das sind neben den Muskeln des Rückens auch die geraden und schrägen Bauchmuskeln. Sie helfen dabei, die Wirbelsäule zu stabilisieren und gehören daher zu jeder krankengymnastischen Rückenschule dazu. Viele Patienten glauben, dass Belastung und Bewegung den Rücken angreifen und so Schmerzen verursachen. Das ist jedoch nicht der Fall. Im Gegenteil: Eine der wichtigsten Botschaften an den Patienten mit Rückenschmerzen lautet, dass normale körperliche Belastung die Wirbelsäule nicht schädigt. Vielmehr benötigt der Rücken Bewegung, um Muskulatur aufbauen zu können. Wer seinen Rücken schont, trägt nur dazu bei, dass die wichtige Stützmuskulatur weiter abgebaut wird. Patienten mit Rückenschmerzen, aber ohne neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühl, Muskelschwäche oder Lähmungen und ohne einen nachgewiesenen Bandscheibenvorfall, sollten sich daher nicht ins Bett legen, sondern ihrem Alltag weiter normal nachgehen. Der Hausarzt kann beraten, welche spezielle Krankengymnastik man parallel durchführen sollte. Gegebenenfalls verschreibt er auch ein Schmerzmittel. Zusammen mit dem Patienten kann er außerdem ermitteln, welche Ursachen für die Rückenschmerzen verantwortlich sind – zum Beispiel unergonomische Büromöbel oder eine Fehlbelastung durch falsches Tragen schwerer Lasten.
Der Bandscheibenvorfall
Was passiert eigentlich bei einem Bandscheibenvorfall? Die Bandscheiben bilden eine Art Puffer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Außen bestehen sie aus einem festen Bindegewebsring, zentral aus einem weichen Kern, der die Erschütterungen der Wirbelsäule gut abfedert. Wenn jemand die Wirbelsäule über eine längere Zeit falsch belastet, zum Beispiel durch ungeeignete Bürostühle, kann der äußere Bindegewebsring nachgeben und der weiche geleeartige Kern verlagert sich zur Seite. Das ist ein typischer Bandscheibenvorfall. Auch Unfälle können ihn auslösen. Die meisten Bandscheibenvorfälle kommen am unteren Rücken vor, seltener an der Halswirbel– und fast nie an der Brustwirbelsäule. Grundsätzlich kann ein Bandscheibenvorfall ohne Beschwerden verlaufen. Meist hat der Betroffene aber Rückenschmerzen und Muskelverspannungen. Wenn der verlagerte Kern auf das Rückenmark oder auf einzelne Nerven drückt, können neben Schmerzen auch neurologische Ausfälle auftreten. Das kann von Kribbeln über Taubheitsgefühl bis hin zur Lähmung einzelner Muskeln führen. Meist sind davon die Beine betroffen. Je nachdem, auf welche Nerven der Bandscheibenkern drückt, kann der Betroffene auch Probleme dabei haben, seine Darm- und Blasenfunktion zu kontrollieren.
OP oder keine OP?
Muss ein Bandscheibenvorfall immer operiert werden? Bandscheibenvorfälle behandeln die Ärzte in ersten Linie konservativ, das heißt, ohne eine Operation. Die Behandlung umfasst eine kurze Bettruhe, Schmerzmittel und baldige
Krankengymnastik, um den Rücken zu stärken. Wenn aber neurologische Symptome wie Taubheit, Muskelschwäche oder Lähmungen auftreten, ist meist eine Operation notwendig, damit der verschobene Bandscheibenkern keine Nerven dauerhaft schädigt. Auch wenn die Rückenschmerzen über eine lange Zeit fortdauern, können der Patient und sein behandelnder Arzt einen chirurgischen Eingriff erwägen. Hexenschuss und Ischias Was genau ist eigentlich ein Hexenschuss und was versteht man unter Ischias? Hexenschuss und Ischias sind Symptome, die beide verschiedene Ursachen haben können. Unter Hexenschuss versteht man einen plötzlich auftretenden, sehr heftigen Schmerz im unteren Rücken. Im Extremfall kann sich der Betroffene für eine Zeitlang nicht mehr bewegen. Ischias-Beschwerden sind Schmerzen, die vom Rücken ins Bein ausstrahlen. Die häufigste Ursache der beiden Beschwerden sind ein Verschleiß der Bandscheiben oder der Gelenke zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Dieser Verschleiß kann im Extremfall zu einem Bandscheibenvorfall führen, der auch die Symptome eines Hexenschusses oder bei Druck auf die entsprechenden Nerven Ischias-Beschwerden auslösen kann.
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